28.01.2026
Zahnschmerzen gehören zu den häufigsten, aber auch am häufigsten übersehenen, Gesundheitsproblemen bei Hunden und Katzen. Viele Tiere leiden still – oft über Monate oder sogar Jahre – ohne dass ihre Schmerzen erkannt werden. Am 09.02. ist „Tag der Zahnschmerzen“ und den Tag möchten wir nutzen um auf diese Problematik aufmerksam zu machen.
Warum bleiben Zahnschmerzen so oft unbemerkt?
Hunde und Katzen haben einen starken Instinkt, Schwäche zu verbergen. Selbst bei massiven Entzündungen im Maul fressen viele Tiere weiter, wenn auch vorsichtiger oder langsamer. Für uns wirkt das dann „normal“, während das Tier bereits starke Schmerzen hat.
Mögliche Anzeichen für Zahnschmerzen
- Mundgeruch
- Vermehrtes Speicheln
- Einseitiges Kauen oder Fallenlassen von Futter
- Verweigerung von Trockenfutter oder Kauartikel
- Berührungsempfindlichkeit am Kopf oder Maul
- Rückzug, Teilnahmslosigkeit
- Verhaltensänderungen wie Reizbarkeit oder Aggression
- Plötzliches Schnappen oder Beißen „ohne erkennbaren Grund“
Gerade aggressives Verhalten wird häufig falsch interpretiert. Schmerzen – insbesondere im empfindlichen Maulbereich – können dazu führen, dass Tiere sich verteidigen, weil sie Berührungen nicht mehr ertragen.
Häufige Zahnprobleme bei Hund und Katze- Zahnstein und Zahnfleischentzündungen
- Parodontitis (Zahnbetterkrankung)
- Abgebrochene oder lockere Zähne
- FORL bei Katzen (schmerzhafte Zahnauflösung)
- Entzündungen und Abszesse im Kiefer
Unbehandelt können Zahnprobleme nicht nur Schmerzen verursachen, sondern auch Herz, Leber und Nieren schädigen.
Was kann ich für mein Tier tun?- Regelmäßige tierärztliche Zahnkontrollen, idealerweise mindestens einmal jährlich
- Maul und Zähne zu Hause beobachten, von Anfang an Trainieren, damit sich das Tier ins Maul schauen lässt.
- Professionelle Zahnsanierung beim Tierarzt durchführen lassen, sobald es notwendig ist.
- Zähneputzen mit dem Hund trainieren, Naturkauartikel füttern
- Bei Verhaltensänderungen immer auch Schmerzen als Ursache in Betracht ziehen
Wichtig: Zahnbehandlungen erfolgen in der Regel unter Narkose. Das mag beängstigend wirken, ist aber oft der einzige Weg, um gründlich zu untersuchen und dem Tier nachhaltig Schmerzen zu nehmen.
Zusammenfassend:Wenn ein Tier sein Verhalten verändert, sich zurückzieht oder plötzlich aggressiv reagiert, steckt oft mehr dahinter als „Ungehorsam“. Zahnschmerzen sind oft unsichtbar – aber sehr real. Wer frühzeitig hinschaut und handelt, kann seinem Tier viel Leid ersparen und seine Lebensqualität deutlich verbessern.