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Tag des Kaninchens – kleine Tiere, große Bedürfnisse

27.08.2026

Kaninchen gehören zu den beliebtesten Heimtieren – und gleichzeitig zu jenen Tieren, deren Bedürfnisse noch immer häufig unterschätzt werden.

Ein kleiner Käfig, ein bisschen Heu und täglich etwas Futter? Damit ist es längst nicht getan.

Kaninchen sind hochsoziale, bewegungsfreudige und intelligente Tiere. Sie brauchen Artgenossen, ausreichend Platz, Beschäftigung und eine Umgebung, in der sie ihre natürlichen Verhaltensweisen ausleben können. Trotzdem leben viele Kaninchen noch immer alleine oder verbringen einen Großteil ihres Lebens in viel zu kleinen Käfigen.



Kaninchen sind keine Einzelgänger

In der Natur leben Kaninchen in sozialen Gruppen. Auch als Haustiere brauchen sie die Gesellschaft von Artgenossen. Die Haltung eines einzelnen Kaninchens sollte daher keine dauerhafte Lösung sein.

Wer Kaninchen hält, sollte ihnen deshalb mindestens einen passenden Artgenossen zur Seite stellen. Dabei ist nicht jedes Tier automatisch mit jedem anderen verträglich: Vergesellschaftungen sollten behutsam und unter geeigneten Bedingungen durchgeführt werden. Die Mitarbeiterinnen vom Tierschutzverein St. Pölten stehen hier beratend zur Seite!


Ein Käfig ist kein Zuhause

Kaninchen sind aktive Tiere. Sie laufen, hoppeln, buddeln, erkunden ihre Umgebung und suchen sich unterschiedliche Ruheplätze.
Ein handelsüblicher Kleintierkäfig kann diesen Bedürfnissen nicht gerecht werden. Auch ein größerer Stall ersetzt kein ausreichend großes Gehege mit dauerhaft nutzbarer Bewegungsfläche.
Das Gehege sollte abwechslungsreich gestaltet sein und verschiedene Bereiche bieten: Rückzugsmöglichkeiten, erhöhte Ebenen, Verstecke, Buddelmöglichkeiten und natürlich ausreichend Platz zum Rennen und Hoppeln.
Je größer und abwechslungsreicher der Lebensraum, desto besser.


Heu, Frischfutter und Beschäftigung

Die Ernährung von Kaninchen besteht nicht einfach aus einer Schüssel Trockenfutter. Tatsächlich ist das handelsübliche Kaninchenfutter für die herbivoren Tiere gar nicht geeignet. Frisches, abwechslungsreiches Grünfutter bildet die Grundlage einer artgerechten Ernährung und kann mit Gemüse und Obst ergänzt werden. Das bedeutet zeitintensives Pflücken und Zukaufen von Grünfutter im Winter.

Auch Beschäftigung ist wichtig. Äste zum Knabbern, Kartons, Tunnel, Buddelkisten oder Futter, das sich die Tiere erarbeiten müssen, sorgen dafür, dass keine Langeweile aufkommt.


Nur bedingt für Kinder geeignet

Kaninchen sind keine Kuscheltiere für Kinder. Sie sind Fluchttiere und fühlen sich häufig unwohl, wenn sie hochgehoben oder festgehalten werden. Ein respektvoller Umgang bedeutet auch, ihre Körpersprache zu verstehen und ihre Grenzen zu akzeptieren.


Verantwortung tragen - vorher informieren!

Wer überlegt, Kaninchen aufzunehmen, sollte sich deshalb vor der Anschaffung ausführlich mit ihrer Haltung beschäftigen. Denn artgerechte Kaninchenhaltung bedeutet Zeit, Platz, Wissen und auch finanzielle Verantwortung.

Unsere Kaninchen im Tierheim zeigen uns jeden Tag, wie unterschiedlich diese Tiere sein können und wie viel sie zu bieten haben, wenn man ihnen die Möglichkeit gibt, einfach Kaninchen zu sein.
Unsere Vergabekaninchen sind in unserer Tierecke zu finden.